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Logistiker diskutierten über Fachkräftemangel
Auf Einladung der EntwicklungsAgentur Wirtschaft des Kreises Wesel trafen sich am 10. Januar Vertreter der Logistikwirtschaft und kommunalen Wirtschaftsförderer, um Lösungswege zu diskutieren, dem Fachkräftemangel in der Logistikwirtschaft zu entgegnen. Das Treffen fand bei der Firma LGI West GmbH in Hünxe statt.
Im Zentrum der Gespräche stand das Projekt „Work-Life-Balance in der Logistik", in dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam neue, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle erarbeitet haben. Projektpartner waren die Edeka Handelsgesellschaft Rhein-Ruhr mbH und die Lidl GmbH & Co. KG. In den Logistikzentren beider Häuser in Hamm bzw. Unna wurden neue Schichtmodelle erfolgreich eingeführt.
Anke Metzen vom Projektträger Soziale Innovation GmbH räumte in ihrem Vortrag zunächst mit dem Vorurteil auf, dass sich Wünsche nach Teilzeitarbeit stets nur auf die Vormittagsstunden beziehen würden. Viele Frauen seien auch bereit, abends zu arbeiten, zum Beispiel weil dann der Partner die Kinder betreuen kann.
Eine Befragung von arbeitsuchenden und arbeitslosen Frauen im Rahmen des Projektes ergab, dass immerhin 39,7 % der befragten Frauen auch abends arbeiten würden. 9,1 % der Frauen würden sogar nachts arbeiten. Hieraus ergebe sich ein großes Fachkräftepotential, das sich gerade die Logistikwirtschaft zu Nutzen machen könnte, in der häufig in zwei bis drei Schichten am Tag gearbeitet wird.
In die Diskussion über neue Schichtmodelle ist auch die Frage eingeflossen, wieweit die Beschäftigten ihre Arbeitszeiten selbst beeinflussen und damit mit ihren familiären Verpflichtungen in Einklang bringen können. Als ein Lösungsansatz wurden Wahl-Flexi-Schichten eingeführt, bei denen die Beschäftigten ihre persönlichen Arbeitszeitwünsche in den Schichtplan einbringen können und bei Bedarf mit Kollegen zwischen Früh- und Spätschicht tauschen.
Eric Chrambach, Geschäftsführer der LGI West GmbH hob in seiner Präsentation hervor, dass Flexibilität in der Logistik höchste Priorität habe. Auch seien große Auftragsschwankungen im Laufe des Jahres zu verzeichnen, die entsprechend abgearbeitet werden müssten. In seinem Haus seien daher flexible Schichtlängen eingeführt worden, die zwischen sechs und zehn Stunden liegen. Jeden Monat findet ein Treffen mit den Mitarbeitern statt, in dem über die aktuelle Auftragslage und den erforderlichen Arbeitsumfang informiert wird. Die Beschäftigten können dadurch ihre Arbeitszeiten besser planen. Gerade die Planbarkeit der Arbeitszeiten sei für die Beschäftigten ein wichtiger Faktor.
„Der demografische Wandel macht auch vor der Logistik nicht halt", sagt Michael Düchting, Leiter der EntwicklungsAgentur Wirtschaft. Schon jetzt sei in Teilbereichen, wie zum Beispiel bei Berufskraftfahrern, die Suche nach geeignetem Personal sehr schwer. „Je eher sich die Logistikwirtschaft dieser Problematik stellt, umso erfolgreicher kann ihr begegnet werden."
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